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Die Tagesgeldanleihe: Informationen zum neuen Bundeswertpapier

29. März 2010

Die Tagesanleihe der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH in Frankfurt am Main ist seit dem 1. Juli 2008 auf dem Markt. Sie verspricht Sicherheit und Flexibilität zugleich, bei durchschnittlicher Rendite. Der Staat beabsichtigt durch das innovative Produkt die charakteristischen Aspekte des Tagesgeldkontos mit den Vorzügen eines Bundeswertpapiers zu verbinden.

Die Tagesgeldanleihe ist eine Schuldverschreibung mit einer Mindestanlage von 50 Euro und einem maximalen Ordervolumen von 250.000 Euro pro Person und Geschäftstag. Sie kann gebührenfrei bei der Finanzagentur des Bundes erworben und auf einem Bundesschuldbuchkonto aufbewahrt sowie veräußert werden.

Die Sicherheit der Tagesgeldanleihe

Wertpapiere unterliegen nicht der Einlagensicherung. Sie beziehen Ihre Garantie ausschließlich aus der Zahlungsfähigkeit ihrer Herausgeber. Generell zählen sie zu den unsicheren Investitionen. Aber Wertpapiere des Bundes sind über das Staatsvermögen und Steueraufkommen besichert. Indem die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer hervorragenden Bonität als Emittentin agiert, kommt der Tagesgeldanleihe ein ausnehmend hohes Maß an Sicherheit zu.

Verfügbarkeit und Rendite

Ähnlich einem Tagesgeldkonto profitieren die Anleger bei der Tagesgeldanleihe von ihrer Flexibilität: sie kann täglich gehandelt werden. Aus Sicherheitsgründen sind jedoch nur Überweisungen auf das Kundenreferenzkonto durchführbar.

Die Zinsgutschrift erfolgt ebenfalls täglich und bewirkt dadurch einen Zinseszinseffekt. Die variable Verzinsung richtet sich nach dem EONIA-Satz, dem offiziellen Interbanken-Zinssatz. Das ermöglicht eine schnelle Reaktion auf den Geldmarkt sowie auf Leitzinsänderungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Sobald die EZB den Leitzins anhebt, erhöht sich auch die Verzinsung des Bundeswertpapiers.

Der Tageszinssatz lässt sich nach dem Referenzwert EONIA folgendermaßen berechnen:

  • liegt der EONIA-Satz bei 2 Prozent oder darunter, entspricht die Tagesverzinsung diesem Wert minus 0,15 Prozent. Dabei sinkt der Tageszinssatz nie unter 0 Prozent.
  • bei einem Referenzwert über 2 und unter 6 Prozent, ergibt sich der Zinssatz aus dem Bezugswert multipliziert mit 0,925.
  • beträgt der Wert 6 Prozent oder mehr, so liegt die Verzinsung bei dem aktuellen Wert abzüglich 0,45 Prozent.

Die tägliche Zinsgutschrift führt trotz mittelmäßiger Verzinsung zu einer ansehnlichen Gesamtjahresrendite; insbesondere im Vergleich zu Tagesgeldanlagen, deren Zinsen nur einmal pro Jahr gutgeschrieben werden.

Aufgrund ihrer Vorteile ist die Tagesgeldanleihe durchaus attraktiv für Investoren. Trotzdem existieren Tagesgeldprodukte auf dem Markt, die ertragreicher und zudem adäquat besichert sind. Prinzipiell sind bei der Auswahl von Finanzprodukten immer die Rendite-Risiko-Verhältnisse entscheidend.